
Das Wichtigste zuerst: Lassen Sie sich von niemandem sagen – erst recht nicht von Ihrem Arzt –, dass Sie lernen müssen, mit dem Tinnitus zu leben. Das heißt übersetzt, dass es für Sie keine Heilung gäbe, und das kann niemals richtig sein.
7 Tipps gegen Tinnitus
Der Tinnitus ist ein Zeichen, eine Warnung Ihres Körpers, dass Sie auf dem falschen Weg sind. Irgendetwas müssen Sie ändern, damit Ihr Körper und Ihre Seele wieder gesund werden. Ihre Aufgabe ist daher herauszufinden, was das sein könnte, und es danach konsequent umzusetzen.
Eine positive Einstellung und der Glaube an vollständige Genesung sind viel bessere Voraussetzungen für Ihre Heilung, als wenn Sie sich damit abfinden, für immer mit den Geräuschen leben zu müssen.
Eigentlich alle Krankheiten, aber Tinnitus ganz besonders, erfordern ein aktives Tätigwerden des Betroffenen. Ihr Arzt oder Therapeut kann Sie bei der Heilung nur unterstützen, aber richtig daran arbeiten müssen Sie selbst. Gehen Sie also nicht zum Arzt in der Hoffnung, ein paar Medikamente zu bekommen, und das war es dann. Gehen Sie zum Arzt, um Ratschläge zu erfahren, um Adressen zu bekommen von Selbsthilfegruppen, Therapeuten, spezialisierten Kliniken oder auch Überweisungen zu anderen Fachärzten, um andere Krankheiten ausschließen zu können.
Aber danach sind Sie an der Reihe, und die folgenden Tipps sind einen Versuch Ihrerseits wert. Vielleicht bessern sich Ihre Beschwerden schon allein durch die Befolgung der Tipps, vielleicht helfen die Tipps Ihnen, Ihren eigenen Weg zu finden. Am Ende müssen Sie selbst herausfinden, was für Sie das Richtige ist.
- Trinken Sie jeden Tag ausreichend, jedoch keinen Alkohol. Sie sollten unbedingt eine Dehydrierung vermeiden.
- Verzichten Sie auf Alkohol und koffeinhaltige Getränke wie Kaffee, Tee und Cola. Diese Getränke wirken aufputschend und haben einen aktivierenden Einfluss auf das Nervensystem. Da Hörgeräusche Nervensignale sind, ist es ratsam, das Nervensystem nicht zusätzlich zu aktivieren.
- Verzichten Sie aus demselben Grund auf Gewürze und Geschmacksverstärker (Glutamat), die die Nervensignale verstärken. Ebenso wie die Geschmacksnerven durch diese Gewürze gereizt werden und stärkere Signale weitergeben, gilt das möglicherweise auch für die Hörnerven.
- Vermeiden Sie jede Art von negativem Stress. Denn Stress belastet vor allem Ihr Nervensystem und genau dieses wollen Sie beruhigen und stärken – nicht jedoch zusätzlich schwächen. Vermeiden Sie also alles, was Ihnen „auf die Nerven“ geht. Und wenn dies bedeutet, dass Sie laut und deutlich „NEIN“ sagen müssen, dann tun Sie dies – Ihrer Gesundheit zuliebe.
- Lernen Sie effektive Entspannungsmethoden wie Qigong, Yoga, autogenes Training oder Ähnliches und wenden Sie es dann täglich an. Besonders hervorzuheben ist hier Qigong, da es in einer Studie sehr positive Effekte bei Tinnitus-Patienten brachte. Die meisten Volkshochschulen bieten solche Kurse an. Aber fragen Sie auch Ihre Krankenkasse, die kann Ihnen sicher auch Adressen in Ihrer Nähe mitteilen und vielleicht sogar die Kosten eines solchen Kurses übernehmen.
- Vermeiden Sie laute, monotone Geräusche, die einen unangenehmen Ton (ähnlich dem Ihres Tinnitus) haben und länger anhalten. Das kann zum Beispiel eine elektrische Zahnbürste sein, ein elektrischer Rasierer, der Fön oder der Staubsauger. Beim Staubsaugen können Sie das Geräusch abdämpfen, indem Sie Ohrstöpsel tragen.
- Vermeiden Sie zumindest tagsüber absolute Stille, damit Sie sich nicht zu sehr auf die Ohrgeräusche konzentrieren. Am besten hören Sie Ihre Lieblingsmusik, das lenkt Sie ab, verschafft Ihnen bessere Laune und kann Ihre Hörnerven von der Frequenz Ihrer Geräusche ablenken. Ihre Hörgeräusche können deutlich leiser werden, wenn Sie Ihre Lieblingsmusik auf Ihren Tinnitus maßschneidern lassen. Dabei wird aus Ihrer Musik der Frequenzbereich Ihrer Störgeräusche herausgefiltert. Damit lernen Ihre Nerven auf Dauer, die Kopplung der speziellen Frequenz mit Ihren Geräuschen wieder aufzuheben. Dadurch bessern sich langfristig die Tinnitus-Beschwerden. Entwickelt hat diese spezielle Musiktherapie der deutsche Wissenschaftler Christo Pantev vom Institut für Biomagnetismus und Biosignalanalyse der Universität Münster. Fragen Sie bei Interesse gezielt Ihren Arzt nach dieser Möglichkeit.
Foto von Markus Bormann, Quelle: www.fotolia.de

